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Gansu
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Gansu (chinesisch çè
/ çè, Pinyin GÄnsĂč) ist eine Provinz der Volksrepublik China. Mit ihrem Territorium von 364.000 Quadratkilometern ist es die siebtgröĂte Verwaltungseinheit Chinas, sie umfasst Gebiete zwischen dem Hochland von Tibet, dem Lössplateau und dem Plateau der Inneren Mongolei. Sie wird im SĂŒden vom Gelben Fluss durchquert und liegt teilweise in der WĂŒste Gobi.
Die 27,7 Millionen Einwohner Gansus sind gröĂtenteils Han-Chinesen, wozu groĂe Minderheiten von Hui, Tibetern und Dongxiang hinzukommen. Die gröĂte Stadt ist die Provinzhauptstadt Lanzhou, die sich am Gelben Fluss im SĂŒden der Provinz befindet. Gansu gehört zu den Ă€rmeren Regionen Chinas, wo der Bergbau zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zĂ€hlt.
Der Name Gansu ist ein Akronym aus den StĂ€dtenamen Ganzhou (alter Name von Zhangye) und Suzhou.cite-ref-1[1] In der Geschichte hat Gansu als Herkunftsort der Qin-Dynastie und als Standort zahlreicher Posten der SeidenstraĂe Bedeutung, vgl. auch Hexi-Korridor. Die DenkmĂ€ler der SeidenstraĂe und der frĂŒheren chinesischen Grenzbefestigungen gegen Zentralasien gehören heute zu den touristischen Anziehungspunkten Gansus.
Contents
âą Geschichte
⹠Bevölkerung
âą GröĂte StĂ€dte
âą Wirtschaft
âą Landwirtschaft
âą Industrie
âą Dienstleistungen
âą Energie
âą Verkehr
âą Bildung
âą Tourismus
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geographie und Klima
Gansu umfasst ein langgestrecktes Territorium, welches von Zentralchina bis in den Nordwesten des Landes reicht und dort eine kurze Grenze mit der Mongolei hat. Im Nordwesten grenzt Gansu an Xinjiang, östlich liegen die Innere Mongolei, Ningxia und Shaanxi. SĂŒdlich und westlich schlieĂen sich Sichuan und Qinghai an. Die Provinz umfasst eine LĂ€nge von etwa 1000 km und eine OberflĂ€che von 364.000 kmÂČ, womit Gansu zu den gröĂeren Provinzen Chinas gehört.
Ein groĂer Teil der Provinz liegt höher als 1000 m ĂŒber dem Meeresspiegel. Der Westen Gansus wird durch das bis zu 5500 m hohe Qilian-Gebirge mit Wald, schneebedeckten Gipfeln und GletscherflĂŒssen geprĂ€gt, wĂ€hrend sich im Norden und Osten die WĂŒsten Gobi und Alashan erstrecken. Im SĂŒden der Provinz dominieren Grasland, Gebirge und Lössgebiete, hier haben die FlĂŒsse tiefe TĂ€ler in die Landschaft geschnitten. Insgesamt bestehen etwa 70 % des Territoriums aus Gebirge oder Hochebenen. Die Schneegrenze liegt bei 4000 Metern, die Waldgrenze bei 3300 Metern, bis auf eine Höhe von 2800 Metern kommt Grasland vor. Gansu ist zum gröĂten Teil erdbebengefĂ€hrdet.cite-ref-stahlberg234-235-2-0[2]
Zwischen dem Qilian-Gebirge, dem Longshoushan sowie Helishan und westlich des Wushaoling verlĂ€uft in nordwestliche Richtung der 1200 Kilometer lange Hexi-Korridor, den der Heihe und der Shule He durchflieĂen. Im Hexi-Korridor herrscht ein trockenes Klima, und das Gebiet besteht vorwiegend aus HalbwĂŒsten und WĂŒsten. Durch Schmelzwasser aus den Gletschern des Qilianshan werden eine Reihe von GewĂ€ssern gespeist, um die herum sich Oasen mit Ackerbau und Viehzucht befinden. Der Hexi-Korridor ist seit dem Altertum ein bedeutender Verkehrsweg und war Teil der historischen SeidenstraĂe von Mittelchina nach Xinjiang und Mittelasien. Auch die Bahnstrecke LanzhouâXinjiang verlĂ€uft durch ihn.cite-ref-chinas-provinzen-3-0[3]
An den nördlichen AuslĂ€ufern des Qilian-Gebirges liegt der Nationalpark Zhangye-Danxia-Geopark. Die dortige formen-, muster- und farbenreiche Landschaft entstand aus schichtweisen Formationen von rotem Sandstein aus dem TertiĂ€r und wurde durch plattentektonische Prozesse und Erosion ĂŒber Millionen Jahre gestaltet.
Das gröĂtenteils kontinentale Klima von Gansu ist durch groĂe tĂ€gliche, jahreszeitliche und regionale Schwankungen gekennzeichnet. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt zwischen 4 °C und 14 °C, die Januartemperatur bei bis zu â26 °C und die Julitemperatur bei bis zu +26 °C. Generell gehört Gansu zu den trockeneren Gebieten Chinas, wobei sich der jĂ€hrliche Niederschlag zwischen 30 mm und 700 mm bewegt. Hierbei fĂ€llt in den Sommermonaten (Juni bis August) der meiste Niederschlag. Auf dem Hochplateau liegt der Jahresniederschlag meist deutlich unterhalb von 100 mm, im Gebirge zwischen 100 und 500 mm.cite-ref-stahlberg234-235-2-1[2]
Die Region, die zu Gansu gehört, ist bereits im Altertum unter dem Namen Gansu oder Hexi (âwestlich des Flussesâ) bekannt. Der bevölkerungsreichste Teil Gansus befindet sich am Mittellauf des Gelben Flusses (Huang He), wo dieser aus den Hochplateaus Westchinas kommt. Diese Lössgebiete gehören zu den Ursprungsregionen der chinesischen Zivilisation. Im sĂŒdlichen Teil Gansus macht der Huang He eine groĂe Biegung Richtung Norden. Der nordwestliche Teil Gansus ist von Trockengebieten und Oasen geprĂ€gt, hier befindet sich der Beginn der SeidenstraĂe.
Geschichte
Das Territorium des heutigen Gansu ist bereits seit 6000 Jahren besiedelt. Der Gansu-Korridor hatte wĂ€hrend dieser Zeit immer die Verbindungsfunktion zwischen China und Zentralasien. WĂ€hrend der frĂŒhen chinesischen Geschichte war Gansu ein Gebiet, das nur teil- und zeitweise unter der Kontrolle der Zentralregierung lag. WĂ€hrend der Han-Dynastie wurde die Region nach der Vertreibung der Xiongnu erstmals Teil des chinesischen Reiches und bekam starke Entwicklungsimpulse, als der Handel ĂŒber die SeidenstraĂe einen ersten Höhepunkt erreichte und man mit den benachbarten zentralasiatischen Völkern, aber auch mit den Römern, Handel betrieb.cite-ref-stahlberg234-235-2-2[2]
Der Handel kam um das zweite Jahrhundert n. Chr. aufgrund zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen jedoch zum Erliegen. Zur gleichen Zeit kam der Buddhismus ĂŒber die SeidenstraĂe nach China und der Erfolg dieser neu eingefĂŒhrten Religion ist wahrscheinlich auf die allgemeine instabile politische Lage im Land zurĂŒckzufĂŒhren. Zwei der vier gröĂten Tempelgruppen und Tempelgrotten Chinas befinden sich heute auf dem Gebiet Gansus (Mogao-Grotten, Bingling-Tempel).
Im vierten Jahrhundert n. Chr. fĂŒhrte die Toba-Rebellion zu einem abrupten Ende des Handels ĂŒber die SeidenstraĂe. Gansu wurde von mehreren Dynastien, die von den Toba abstammten oder verwandt waren, beherrscht. Aus einem dieser Toba-Herrscher ging spĂ€ter, im spĂ€ten 6. Jahrhundert, die Sui-Dynastie hervor. Die Sui stellten die Zentralgewalt ĂŒber das Reich wieder her und dehnten seine Grenzen weit ĂŒber Gansu hinaus aus, wobei auch Teile der Mauer im heutigen Gansu errichtet wurden. Aus der Sui-Zeit stammt auch die Benennung der Provinz; sie wurde aus den zwei PrĂ€fekturen (ć·) Gan (um Zhangye) und Su (um Jiuquan) gebildet.
Die Schlacht von Gansu wurde 623 von Soldaten des Königreichs Tuyuhun und der Tang-Dynastie geschlagen. Vor und wÀhrend der Schlacht lenkte der General der Tang Chai Shao die Soldaten der Tuyuhun durch einen erotischen Tanz zweier TÀnzerinnen ab.
Nach dem Fall der Sui fĂŒhrten die Tang die Politik der Sui praktisch fort. Die Mauer wurde bis Dunhuang erweitert und das chinesische Reich wurde bis weit in den Westen, ins heutige Kirgisistan, ausgeweitet. Die chinesische Hegemonie wurde jedoch von den Turkvölkern Zentralasiens, etwa den Uiguren und von den Tibetern immer wieder bedroht. So erlitt 751 die chinesische Armee eine schwere Niederlage gegen islamische Truppen aus Zentralasien, und 781 eroberten die Tibeter Dunhuang und hielten es fĂŒr mehrere Jahrzehnte.
Nach dem Ende des Uigurischen Kaganats zogen viele Uiguren nach Gansu und begrĂŒndeten hier das Reich der Gansu-Uiguren, das von 848 bis 1036 bestand.
Im 10. und 11. Jahrhundert errichteten die buddhistischen Tanguten im heutigen Gansu und Ningxia mit der Westlichen Xia-Dynastie einen mĂ€chtigen Staat, der 11. Jahrhundert zusammen mit Liao Nordchina dominierte. Im Jahr 1227 wurden die inzwischen geschwĂ€chten Xia jedoch durch die Mongolen vernichtet; die Mongolen errichteten spĂ€ter die Yuan-Dynastie und verleibten das heutige Gansu ihrem Reich ein. Unter der mongolischen FĂŒhrung kamen zahlreiche Siedler aus Zentralasien in die Region.
Unter den Ming und spĂ€ter den Qing wurde die Westexpansion nach und nach wieder aufgenommen, wobei Gansu und speziell die Hauptstadt Lanzhou Hauptausgangspunkt wurden. Im Jahre 1666 wurde erstmals die Provinz Gansu geschaffen.cite-ref-stahlberg234-235-2-3[2] Besonders ab dem 18. Jahrhundert geriet dann das heutige Qinghai und Tibet unter die Herrschaft des chinesischen Kaiserreiches; 1781â1784 und 1862â1877 erhoben sich die muslimischen Hui-Chinesen vergeblich gegen die Herrschaft der Qing. Nach langen Auseinandersetzungen und Kriegen wurde 1757 das heutige Xinjiang dem chinesischen Reich erneut einverleibt, womit Gansu keine Grenzregion mehr war. Die relativ unterentwickelte Region war zur gleichen Zeit Zentrum von starken Ansiedelungen von Muslimen; diese wurden jedoch von den Han mit Missgunst betrachtet und es kam zu gewaltigen Unruhen der Muslime, wobei weite Teile der Region verwĂŒstet wurden. Die Rebellionen wurden blutig unterdrĂŒckt, gingen jedoch in Gansu und dem spĂ€teren Qinghai, das damals von Gansu verwaltet wurde, bis 1895 weiter; das Resultat war eine Dezimierung der muslimischen Bevölkerung beider Gebiete.
Nach dem Sturz der Qing-Dynastie gehörte Gansu in den 1920ern zunĂ€chst zum Gebiet des Kriegsherren Feng Yuxiang, bis dieser mit der Kuomintang brach und dafĂŒr durch KMT-Truppen und mit den KMT verbĂŒndete muslimisch-chinesische Hui-Warlords angegriffen und besiegt wurde. Deshalb herrschte ab 1928 BĂŒrgerkrieg; die Kuomintang-VerbĂŒndeten behielten jedoch die weitgehende Kontrolle und im zweiten chinesisch-japanischen Krieg bestand in Gansu keine Gefahr japanischer Angriffe. Die erst mit Feng, dann mit den KMT verbĂŒndeten Hui-Warlords der Ma-Clique (Xibei San Ma) beherrschten 1912â1949 neben Gansu auch die Nachbarregion Qinghai. Im August und September 1949 wurde Gansu durch kommunistische Truppen erobert.
Bis 1954 waren Gansu und seine Nachbarn unter der Verwaltung des Verwaltungsrates Nordwest. Erst danach wurde Gansu wieder eigenstĂ€ndige Provinz; im Jahr 1958 wurde Ningxia von Gansu abgetrennt und ein eigenes Autonomes Gebiet fĂŒr die Hui. Die Kommunisten begannen ein Industrialisierungsprogramm, welches vor allem durch die Fertigstellung einer Eisenbahnlinie zwischen Lanzhou und ĂrĂŒmqi (1963) Impulse bekam.
Strategisch ist Gansu von höchster Bedeutung fĂŒr China, so dass mehrere Einheiten der Volksbefreiungsarmee in der Provinz stationiert sind.cite-ref-stahlberg234-235-2-4[2]
Bevölkerung
| VolkszÀhlung | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1953 | 11.093.641 |
| 1964 | 12.630.569 |
| 1982 | 19.569.261 |
| 1990 | 22.371.085 |
| 2000 | 25.124.282 |
| 2010 | 25.575.263 |
| 2020 | 25.019.831 |
Die VolkszĂ€hlung 2020 ermittelte eine dauerhaft ortsansĂ€ssige Bevölkerung von 25.019.831 Einwohnern in 8.769.671 Haushalten. Dies entsprach einer Bevölkerungsdichte von 68,70 Einwohnern pro Quadratkilometer. Damit gehört Gansu zu den eher dĂŒnn besiedelten Provinzen Chinas. Die BevölkerungszĂ€hlung des Jahres 2010 hatte eine Gesamtbevölkerung von 25.575.254 Personen ergeben. Zwischen 2010 und 2020 nahm die Bevölkerung der Provinz somit um 555.423 Einwohner ab. Von der Gesamtbevölkerung waren 12.700.948 (50,76 %) MĂ€nner und 12.318.883 (49,24 %) Frauen. Die gleiche BevölkerungszĂ€hlung ergab, dass 4.853.543 Personen (19,40 %) unter 14 Jahren, 15.905.297 Personen (63,57 %) zwischen 15 und 59 Jahren, 4.260.991 Personen (17,03 %) zwischen 60 und 64 Jahren und 3.147.817 Personen (12,58 %) ĂŒber 65 Jahren in Gansu lebten. Die Han-Bevölkerung betrug 22.363.438 (89,38 %) und die Minderheitsbevölkerung 2.656.393 (10,62 %). Im Vergleich zur sechsten VolkszĂ€hlung im Jahr 2010 ging die Han-Bevölkerung um 801.318 Personen zurĂŒck, wĂ€hrend die Bevölkerung verschiedener ethnischer Minderheiten um 245.895 Personen zunahm.cite-ref-bulletin1-4-1[4]
Der Zensus des Jahres 2000 ergab, dass sich etwa 8,7 % der Bevölkerung (2,2 Millionen Personen) zu den nationalen Minderheiten zĂ€hlen, wobei die drei zahlenmĂ€Ăig stĂ€rksten die Hui-Chinesen (knapp 5 %), mongolische Dongxiang (knapp 2 %) und die Tibeter (knapp 2 %) sind. Daneben leben Mongolen, Kasachen, Mandschu und Salar in Gansu. Kleinere Völker, die fast ausschlieĂlich in Gansu siedeln, sind die Bonan, Yugur und die Tu. Die letzteren beiden Völker sind dafĂŒr bekannt, dass sie ihre ursprĂŒnglichen Sprachen mehr als andere Völker erhalten haben; neben sino-tibetischen Sprachen werden in Gansu auch Turksprachen und Mongolische Sprachen gesprochen.cite-ref-stahlberg234-235-2-5[2]cite-ref-gs1786-5-0[5]
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts machten in der (damals noch Ningxia umfassenden) Provinz die Hui und andere muslimische Völker (Salar, Kasachen, Bonan, Yugur und Dongxiang) noch fast 90 % der Bevölkerung (8,35 Mio. von 9,3 Mio. Einwohnern) gegenĂŒber buddhistischen Chinesen, Mongolen und Tanguten aus (bei allerdings unsicherer Datenlage).cite-ref-6[6]cite-ref-7[7] Etwa 90 % der heute in Gansu lebenden Han-Chinesen sind seit 1953 vor allem aus Shaanxi, Shandong, Peking und Shanghai nach Gansu gezogen, wobei der Zuzug seit den 1980er Jahren weitgehend zum Erliegen gekommen ist. WĂ€hrend die Angehörigen der Minderheiten tendenziell von der Viehzucht leben, sind viele ZuzĂŒgler in der Landwirtschaft beschĂ€ftigt.cite-ref-stahlberg234-235-2-6[2]
GemÀà der VolkszĂ€hlung von 2000 lag die Urbanisierung bei nur etwa 24 %, wobei die gröĂte Stadt Lanzhou eine Einwohnerzahl von etwa 3,1 Millionen hatte. Der Anteil der in StĂ€dten lebenden Menschen ist zwischen 1978 und 2017 von 14,4 % auf 46,4 % gestiegen.cite-ref-gsnj2018-2-1-8-0[8] Wichtige StĂ€dte sind, neben der Provinzhauptstadt Lanzhou (2.438.595 Einwohner im stĂ€dtischen Bereich bei der VolkszĂ€hlung 2010) Tianshui (544.441 Einwohner), Baiyin (362.363 Einwohner), Wuwei (331.370 Einwohner), Jiuquan (255.739 Einwohner), Yumen, Jiayuguan, Dunhuang, Pingliang sowie Jinchang.cite-ref-9[9]
Verwaltungsgliederung
Auf Bezirksebene war Gansu bei der VolkszÀhlung 2020 in zwölf bezirksfreie StÀdte und zwei autonome Bezirke gegliedert.cite-ref-bulletin-10-0[10]
Unterhalb der Bezirksebene folgt die Kreisebene mit 86 Verwaltungseinheiten im Jahr 2020, davon 57 Kreise, 17 Stadtbezirke, sieben autonome Kreise und fĂŒnf KreisstĂ€dte. Auf Gemeindeebene bestanden 1.356 Verwaltungseinheiten, darunter 127 StraĂenviertel, 892 GroĂgemeinden, 305 Gemeinden und 32 NationalitĂ€tengemeinden.cite-ref-xzqh2020-11-0[11]
Fast die HĂ€lfte der FlĂ€che Gansus (um die Jahrtausendwende 43,2 %) sind Minderheitengebiete (nationale Gebietsautonomien).cite-ref-stahlberg234-235-2-8[2] In diesen Gebieten stellen die Minderheiten etwa 56 % der Bevölkerung. Ăber 18 % der FlĂ€che Gansus sind Autonomiegebiete fĂŒr die Mongolen gegenĂŒber etwa 17 % fĂŒr Hui und andere muslimische Völker sowie 13 % fĂŒr tibetische StĂ€mme.
| Verwaltungs- einheit | Chin. | Hanyu Pinyin | Verwaltungs- zentrum | FlĂ€che (kmÂČ) | Einwohner (2020) [ 10 ] |
|---|---|---|---|---|---|
| â Bezirksfreie StĂ€dte â | â Bezirksfreie StĂ€dte â | â Bezirksfreie StĂ€dte â | â Bezirksfreie StĂ€dte â | â Bezirksfreie StĂ€dte â | â Bezirksfreie StĂ€dte â |
| Jiuquan | é
æłćž | JiÇquĂĄn ShĂŹ | Suzhou | 193.974 | 1.055.706 |
| Jiayuguan | ććłȘć
łćž | JiÄyĂčguÄn ShĂŹ | Xiongguan [ A 1 ] | 2.935 | 312.663 |
| Zhangye | ćŒ æćž | ZhÄngyĂš ShĂŹ | Ganzhou | 39.437 | 1.131.016 |
| Jinchang | éæćž | JÄ«nchÄng ShĂŹ | Jinchuan | 7.569 | 438.026 |
| Wuwei | æŠćšćž | WÇwÄi ShĂŹ | Liangzhou | 32.517 | 1.464.955 |
| Baiyin | çœé¶ćž | BĂĄiyĂn ShĂŹ | Baiyin (Stadtbezirk) | 21.159 | 1.512.110 |
| Lanzhou | ć
°ć·ćž | LĂĄnzhĆu ShĂŹ | Chengguan | 13.086 | 4.359.446 |
| Dingxi | ćźè„żćž | DĂŹngxÄ« ShĂŹ | Anding | 19.646 | 2.524.097 |
| Longnan | éććž | LÇngnĂĄn ShĂŹ | Wudu | 27.857 | 2.407.272 |
| Tianshui | ć€©æ°Žćž | TiÄnshuÇ ShĂŹ | Qinzhou | 14.359 | 2.984.659 |
| Pingliang | ćčłććž | PĂngliĂ ng ShĂŹ | Kongtong | 11.197 | 1.848.607 |
| Qingyang | ćșéłćž | QĂŹngyĂĄng ShĂŹ | Xifeng | 27.220 | 2.179.716 |
| â Autonome Bezirke â | â Autonome Bezirke â | â Autonome Bezirke â | â Autonome Bezirke â | â Autonome Bezirke â | â Autonome Bezirke â |
| Linxia | 䞎ć€ćæèȘæČ»ć· | LĂnxiĂ HuĂzĂș ZĂŹzhĂŹzhĆu | Linxia (Stadt) | 8.117 | 2.109.750 |
| Gannan | çćèæèȘæČ»ć· | GÄnnĂĄn ZÄngzĂș ZĂŹzhĂŹzhĆu | Hezuo | 38.312 | 691.808 |
Anmerkungen
cite-note-anm1-121. Keine offizielle, sondern eine inoffiziell gebrÀuchliche Verwaltungseinheit
GröĂte StĂ€dte
Die zehn gröĂten StĂ€dte der Provinz mit Einwohnerzahlen der eigentlichen stĂ€dtischen Siedlung auf dem Stand der VolkszĂ€hlung 2020 sind die folgenden:cite-ref-13[12]
| Rang | Stadt | Einwohnerzahl |
|---|---|---|
| 1 | Lanzhou | 3.012.577 |
| 2 | Tianshui | 752.900 |
| 3 | Wuwei | 467.726 |
| 4 | Pingliang | 332.399 |
| 5 | Jiuquan | 327.492 |
| 6 | Qingyang | 318.298 |
| 7 | Linxia | 315.082 |
| 8 | Baiyin | 306.599 |
| 9 | Jiayuguan | 295.257 |
| 10 | Zhangye | 278.092 |
Wirtschaft
Im Jahr 2024 betrug das BIP pro Kopf 52816 Yuan pro Jahr (Letzter Rang unter den chinesischen Provinzen).cite-ref-14[13]
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft produziert etwa ein FĂŒnftel des BIP, beschĂ€ftigt jedoch drei FĂŒnftel der ArbeitskrĂ€fte. Die wichtigsten Produkte sind Getreide wie Weizen, Mais, Hirse; Reis gedeiht aus klimatischen GrĂŒnden nicht. Daneben werden GemĂŒse, Kartoffeln und HĂŒlsenfrĂŒchte, speziell Sojabohnen, angebaut. Gansu ist auch ein wichtiger Produzent von Baumwolle, NĂŒssen, Tabak und Hanf. In der Viehzucht dominieren die Haltung von Ziegen, Schafen, Schweinen, Rindern, Pferden, Kamelen und Yaks, etwa 30 % der OberflĂ€che werden als Viehweiden benutzt. Gansu ist auch als Quelle fĂŒr KrĂ€uter bekannt, welche in der traditionellen chinesischen Medizin Verwendung finden. Im Qilian-Gebirge wird Forstwirtschaft betrieben.cite-ref-stahlberg234-235-2-9[2]
Die Landwirtschaft Gansus wird von Umweltzerstörung wie Bodenerosion, Austrocknung, Bodenversalzung, Ăberweidung und Desertifikation bedroht.cite-ref-stahlberg234-235-2-10[2]
Industrie
Die Industrie trug im Jahr 2000 45 % zum BIP bei und beschĂ€ftigte dabei weniger als 20 % der Arbeitnehmer. Es dominieren der Abbau von Rohstoffen, die Schwerindustrie sowie das Baugewerbe. Abgebaut werden vor allem Kohle, Erdöl und Erdgas, Eisenerz, Nickel, Cobalt, Zink, Platin oder Selen. Die Industrie befindet sich nach wie vor zu einem Gutteil in Staatsbesitz, die Staatsbetriebe erwirtschaften drei Viertel der Industrieproduktion. Bedeutende Industrieprodukte sind Baustoffe, petrochemische Produkte und Maschinen. Lanzhou ist das Zentrum der Industrie (Atomenergie, Ălverarbeitung, Wasserkraft), wĂ€hrend Jiayuguan das Zentrum der Stahlherstellung Gansus ist. Auch RĂŒstungsbetriebe befinden sich in Gansu, unter anderem werden die chinesische Atombomben in der Provinz gebaut.cite-ref-stahlberg234-235-2-11[2]
Dienstleistungen
Das Dienstleistungsgewerbe erwirtschaftete 2000 etwa 36 % des BIP. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind hier der Handel und Transport; Tourismus spielt eine immer wichtigere Rolle und sind zu einer der wichtigsten Einnahmequelle fĂŒr diese traditionell arme Provinz geworden. Zu den wichtigsten SehenswĂŒrdigkeiten gehören Teile der GroĂen Mauer, buddhistische Höhlentempel und andere religiöse StĂ€tten, die wilde Landschaft in der WĂŒste Gobi oder die Tierwelt mit GroĂen Pandas oder Goldaffen.
Energie
Gansu hat ein hohes Potential zur Energiegewinnung aus Wasserkraft, und dies, obwohl es zu den trockeneren Gebieten Chinas gehört. Im Jahr 2017 wurden in Gansu etwa 134,9 Terawattstunden elektrischer Energie generiert. Etwa 63,5 Terawattstunden wurden aus Wasser- und Windkraft erzeugt; vor allem der Gelbe Fluss dient der Erzeugung elektrischer Energie. Auch gibt es ein sehr groĂes Potential fĂŒr Windenergie, im Endausbau des Windparks Gansu sollen dort Windkraftanlage mit einer installierten Leistung von 20.000 MW ca. 50 TWh elektrische Energie liefern. Die restlichen 71,4 Terawattstunden stammen aus WĂ€rmekraftwerken.cite-ref-stahlberg234-235-2-12[2]cite-ref-gsnj2018-9-6-15-0[14]
Verkehr
Das Verkehrsnetz von Gansu ist sehr dĂŒnn, jedoch sind die wichtigsten StĂ€dte der Provinz gut zu erreichen. Gansus Verkehrsinfrastruktur hat fĂŒr ganz China eine hohe Bedeutung, weil es wichtige Landesteile im Nordwesten an den Rest der Volksrepublik anbindet. Dazu gehören die 2300 km Bahnlinie (der GroĂteil davon auf der Lan-Xin-Linie von Lanzhou-ĂrĂŒmqi) und die 1300 km schiffbarer Wasserwege, speziell auf dem Huang He.
Bildung
Im Jahr 2000 lag die Analphabetenquote bei 14,3 %, was zu den schlechtesten Werten innerhalb Chinas gehört. Zwar hat sich der Wert seit 1990 stark verbessert, trotzdem bleibt mangelnde Bildung ein Problem, ganz besonders auf dem Land und bei den nationalen Minderheiten.
Die Stadt Lanzhou ist ein Bildungszentrum, wo sich mehrere UniversitĂ€ten und Forschungsinstitute â unter anderem zu militĂ€rischer Forschung â befinden.
Tourismus
Dunhuang ist inzwischen so berĂŒhmt, dass es zum Rummelplatz verkommt: Kamelreiten, Jeep-Touren, DĂŒnen-Surfen. Wichtigste Attraktion sind die Mogao-Grotten, 492 bis zu 1.600 Jahre alte buddhistische Höhlentempel mit 2.400 Statuen und 45.000 Quadratmeter WandgemĂ€lden.
Die Provinzhauptstadt Lanzhou, eine Drei-Millionen-Stadt, wurde innerhalb von vier Jahrzehnten zum Industriezentrum ausgebaut. Die Stadt ist zudem Ausgangspunkt fĂŒr die Verkehrswege nach Qinghai und Tibet sowie nach Xinjiang. Eingeklemmt von einer Bergkette sĂ€umt Lanzhou ĂŒber zwanzig Kilometer das SĂŒdufer des Huang He.
Etwa 280 Kilometer sĂŒdlich von Lanzhou befindet sich auf zirka 3.000 Meter Höhe der Ort Xiahe im gleichnamigen Verwaltungskreis. Die Gegend liegt nahe der historischen tibetischen Kulturregion Amdo, aus der auch der gegenwĂ€rtige 14. Dalai Lama (Tenzin Gyatso) kommt. Das Labrang-Kloster in Xiahe ist eines der wichtigsten tibetischen Klöster auĂerhalb der Grenzen des Autonomen Gebiets Tibet. Etwa 10 Kilometer von Xiahe entfernt befindet sich die Sangke-Grasebene, eine eindrucksvolle weite Graslandschaft.
Siehe auch
Literatur
âą Sabira StĂ„hlberg: Der Gansu-Korridor: Barbarenland diesseits und jenseits der grossen chinesischen Mauer; zum Nord-SĂŒd-Dialog eines zentralasiatischen Gebietes. KovaÄ, Hamburg 1996, ISBN 3-86064-470-X.
Weblinks
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â ReisefĂŒhrer
âą çè
çäșșæ°æżćșç¶Čç« â Offizielle Website der Volksregierung Gansus (chinesisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Gansu profile. chinadaily.com.cn (offizielle Webseite der Provinz Gansu), 17. Oktober 2013, abgerufen am 9. August 2025 (englisch).
cite-note-stahlberg234-235-22. â Sabira StĂ„hlberg: Gansu. In: Brunhild Staiger (Hrsg.): Das groĂe China-Lexikon: Geschichte, Geographie, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Kultur. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-14988-2, S. 234â235.
cite-note-chinas-provinzen-33. â Chinas Provinzen - Gansu. CIG (China Information Gateway) - äžćœäżĄæŻçœ, archiviert vom Original am 12. MĂ€rz 2013; abgerufen am 22. Dezember 2024.
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cite-note-gs1786-55. â çèçæ°æ. è”°èżçè. In: gansu.gov.cn. Volksregierung von Gansu â çèçäșșæ°æżćș, 20. Februar 2008, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. April 2019; abgerufen am 14. August 2018 (chinesisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gansu.gov.cn
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38.134102.305coordinatesKoordinaten: 38° 8âČ N, 102° 18âČ O